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Compliance und der Geschäftserfolg bei Privatbanken

Complianceforum.de im Gespräch mit Herrn Michael Krume, persönlich haftender Gesellschafter von Merck Finck & Co
München, den 1. Februar 2011
MichaelKrume

1. Sehr geehrter Herr Krume, Sie sind einer der erfolgreichsten Bankmanager im Bereich Private Banking für anspruchsvolle Privatklientel. Als einer der Gesellschafter von Merck Finck & Co vertreten Sie diese erfolgreiche Privatbank in der Öffentlichkeit. Inwieweit ist Compliance gerade in der heutigen Zeit für Ihre Bank auch ein öffentlichkeitswirksames Thema geworden?


Ihre Frage zielt auf die Schnittmenge zwischen rechtlich relevanten Kategorien einerseits und Marketing, bzw. Firmenkultur und Image einer Bank andererseits ab. Ich fange mal mit der zweiten Hälfte an: Zwei unserer vier Unternehmenswerte lauten ‚persönliche Nähe’ und ‚Beziehung’. Das klingt terminologisch ähnlich, beinhaltet aber eine wichtige Unterscheidung. Natürlich gehört das gute persönliche Verhältnis zwischen Berater und Kunde zum Wichtigsten überhaupt. Niemand entscheidet sich für eine Bank wegen ihres Compliance-Systems. Die Beziehung zur Bank, verstanden als ein verlässliches Miteinander, das durch ein solides Regelwerk garantiert wird, hat in der Zeit nach der Finanzkrise jedoch allgemein an Bedeutung gewonnen. Etwas vereinfacht könnte man sagen: Emotionen und Ratio gehören zusammen. Neben einem guten Gefühl und einer guten Performance ist es wichtig, einem Kunden auch vertragliche Sicherheit zu geben – das dürfte für eine Bank übrigens genauso gelten wie in jedem anderen Bereich.

2. Als Gesellschafter von Merck Finck und Co geben Sie maßgeblich die Compliance Richtlinien vor. Welche Prozesse, Werte und Visionen sind Ihnen hier besonders wichtig?

Wenn wir von einem Regelwerk sprechen, lassen sich nicht einzelne Punkte herausgreifen – etwa nach der Art, dass es dort besonders häufig oder nie Konflikte gäbe. Worauf es ankommt, ist meiner Meinung nach, dass alle für einen Kunden relevanten Bereiche abgedeckt sind. Um aber doch einen Punkt herauszugreifen: Eines der für uns wichtigen Prinzipien ist der Grundsatz „Know your Customer“. Dieser stellt nämlich einerseits eine rechtliche Anforderung dar; zum anderen handelt es sich um eine Grundvoraussetzung, um überhaupt Private Banking zu betreiben. Aber auch hier sehen Sie, dass eine gesunde Unternehmenskultur Regeln zwar nicht entbehrlich macht, aber ihnen vorausgeht.

3. Vertrauen, Verantwortung und Leistung können die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung sein. Welche Tipps können Sie angehenden Führungskräften geben?

Bei Werten besteht immer die Gefahr, dass sie zu Leerformeln verkommen. Daher sollte eine Führungskraft die von Ihnen genannten Begriffe immer mit Leben füllen und sich fragen lassen können, was er oder sie darunter versteht. Mir ist es lieber, wenn ein Geschäftspartner oder Mitarbeiter auf Nachfrage keine Wertephilosophie herunterdekliniert, sich aber im Geschäftsalltag als integrer und entscheidungsfreudiger Charakterkopf herausstellt – auf die Gefahr, dabei auch einmal einen Fehler zu machen. Den geschliffenen Managementformeln zum Trotz: Nur selten verläuft eine Berufslaufbahn ohne Brüche. Eine gute Führungskraft versteht es, aus Rückschritten zu lernen und damit weiterzukommen als ein Nonstop-Aufsteiger.

4. Wie sehen Sie die Zukunft der Privatbanken aus der Sicht eines führenden Bankmanagers?

Die Finanzkrise hat auf dramatische Weise den Konsolidierungsprozess weitergetrieben. Ich vermute stark, dass wir mit dieser Entwicklung noch nicht am Ende sind. Gewinnen werden diejenigen Privatbanken, die sich mit ihrer Geschäftsstrategie von den Großbanken absetzen. Das klingt banal, ist aber leider alles andere als selbstverständlich.

 

Das Gespräch führte RA Christian Koch

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